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Sonntag, 4. Oktober 2015

Hilfe mein Kind ist hochbegabt-Segen oder Fluch ?


Ich habe lange überlegt, ob ich über dieses Thema in meinem blog schreiben soll.
Ging es doch hier bislang ums Nähen, DIY, basteln usw.
Aber ich bin nicht nur eine Näh-und Basteltante, ich bin auch eine Mama!
Und das bin ich sehr gerne!!!
Und ich habe ein Kind, das hochbegabt  ist. 

Hochbegabung

"Hochbegabte sind ein Geschenk der Natur an die Menschheit" sagte einst Karl Marx.
Doch ist das so? Erleben sie sich als Geschenk?
Etwas 2 Prozent aller Kinder eines Jahrgangs gelten als hochbegabt.
Sie stellen somit eine Minderheit dar, die oft vernachlässtigt wird.
Die Förderung beschränkt sich bisher meistens auf bestehende Schwächen.
Hochbegabung wird diagnostiziert- man diagnostiziert Krankheiten!
Doch es ist keine Krankheit, sondern eine Chance, ein Potential, dass man fördern und nutzen muss.
So schreibt die Wissenschaft und heißt es in vielen Büchern.

Doch was bedeutet das für die Eltern und für die Kinder?
Das möchte ich aus meiner Sicht als Mutter eines hochbegabten Kindes schreiben:
von unseren Erfahrungen und Schwierigkeiten, aber auch von Positivem berichten,
für Verständnis werben, Informationen geben und der Verantwortung die wir haben.
 


Was bedeutet: Hochbegabung?
 
Ich mag das Wort "Hochbegabung" überhaupt nicht. Was sagt das aus?
Wie stellt man sich jemanden vor, der hochbegabt ist?
Ein Musterkind in der Schule( mit Brille, ganz brav und immer kluge Fragen und Antworten parat? Alles läuft wie von selbst? Nur Einsen in der Schule?!

NEIN!

Hochbegabung bezieht sich auf die kognitive Leistungsfähigkeit eines Menschen. Gemessen wird es am Intelligenzquotienten (IQ). Man spricht von einer Hochbegabung, wenn der IQ höher als 130 ist.
 
Diese Kinder sind keine kleinen Erwachsenen! Es sind Kinder, bei denen, wenn sie nicht gefördert werden, die Hochbegabung verkümmert. Sie können geistig viel mehr leisten, denken schneller, denken anders, können viel mehr speichern, vergessen wenig, im Gehirn entstehen unzählige Verknüpfungen, sie saugen Wissen förmlich in sich auf, löchern dich mit untypischen Fragen, werden selten müde.
Es ist ein Potential und nicht immer gleich erkennbar.
UND sie wollen einfach auch nur Kinder sein, Blödsinn machen und spielen.
Es sind Kinder, mit ganz normalen Wünschen, Sehnsüchten und Hoffnungen und Unsinn im Kopf, so wie alle anderen auch! Sie möchten einfach von anderen akzeptiert und gemocht werden, so wie sie sind.

Aber das Alles können sie nur leisten, wenn sie entsprechend gefördert und gefordert werden.
Sie bringen die Anlagen mit. Es ist wie bei einem Musiker oder Sportler, wenn das Talent nicht gefördert wird, verkümmert es.

Warum habe ich immer das Gefühl, ich muss mich entschuldigen ein hochbegabtes und aufgewecktes Kind zu haben? Wieso muss ich mir immer anhören: Haben sie ihn schon mal auf AHDS ( auch so eine Modeerscheinung) testen lassen? Warum bringen sie dem Kind das alles schon so früh bei? Ihr habts gut, da ist ja alles kein Problem-doch ist es! Immer diese ehrgeizigen Mütter, die von ihren Kindern zu viel verlangen! Da bringt er doch bestimmt nur Einsen nach hause!
Nein, bringt er nicht! Warum auch.

Unsere Schulpsychologin, die ihn damals getestet hat, hat mir etwas ganz Wundervolles gesagt:
Ihr Sohn ist gut so wie er ist. Er muss sich nicht ändern, das macht seine Persönlichkeit aus.
Aber vielleicht müssen sich die Umstände und das Denken ändern!

Es wird für die Förderung dieser Kinder viel zu wenig getan, das merken wir immer wieder. Einige Bundesländer sind da schon wesentlich fortschrittlicher als unseres. Ab der 5. Klasse hat man dies langsam erkannt. Doch wenn die Kinder klein sind, in den Kindergarten oder die Grundschule gehen-fast immer Fehlanzeige, keine oder kaum Förderung. Sie langweilen sich, stören den Unterricht, träumen...
 
Ich habe es selbst gemerkt, mein großer Sohn hat eine Rechtschreibschwäche und hatte es nicht immer so leicht in der Schule. Da griff die Förderung sofort.
Aber sollen sich kluge Kinder auf sich selbst verlassen?
"Der kann ja alles, er braucht keine Hilfe?! Das muss er doch verstehen, er ist doch sonst so schlau!" Diese Kinder brauchen genauso Forderung und Förderung wie andere.
Ihre Entwicklung vollzieht sich nicht gleichmäßig. Sind sie in einigen oder vielen Dingen ihrem Jahrgang weit vorraus. In anderen Dinge sind sie so wie ihre gleichaltrigen Spielkameraden.
 
Wie alle müssten sie erzogen, ermutigt und korrigiert werden, eigene Fehler machen.
 
Kennen wir das nicht alle, gerade wenn die Kinder noch klein sind. Man ist furchtbar stolz, wenn das eigene Kind schon etwas mehr kann als die Anderen. Da hört man im Kindergarten oder auf den Spielplätzen die Mamas über ihre kleinen Zwerg berichten. Jede mächtig stolz.
Doch wann ist etwas "antrainiert"? Wann ist es "echt"?
Heute ist Hochbegabung ein Trend. Jedes Kind ist plötzlich hochbegabt.

Heißt das jetzt, die sind besser, klüger...
Nein, sie sind anders! Und das wissen diese Kinder ganz genau.
Sie merken schon sehr früh, dass sie "irgendwie" anders sind. Dabei ist es für sie so wichtig "normal" zu sein, nicht aufzufallen, nicht besonders zu sein. Sie möchten von anderen Kinder anerkannt werden und keine Außenseiter sein.

Ich liebe meinen Sohn. Er ist etwas ganz Besonderes für uns.
Und ich bin sehr froh, dass er diese Gabe, dieses Geschenk mitbekommen hat.
Ich bin sehr stolz auf ihn!
Durch ihn sehe ich viele Dinge anders, aus einem anderen Blickwinkel. Ich beschäftige mich mit Themen, über die ich ohne ihn nie nachgedacht hätte.

                                                                             Quelle:Pinterest


Ich erhebe keinen Anspruch auf wissenschaftliche Richtigkeit.
Ich schreibe hier nur als Mutter eines fantastischen Jungen!

Habt eine schöne Woche

Kommentare:

  1. Das hast du toll geschrieben! Schade dass alle immer möglichst gleich sein sollen...dadurch werden ganz besondere Talente und Eigenschaften einfach übersehen. Aber dein Sohn hat wenigstens die Eltern die sich darum kümmern...ist auch nicht selbstverständlich.
    Liebe Grüße,
    Lee

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    1. Ich danke dir.es ist sehr schade, dass man viele Talente von Kindern nicht erkennt. Gerade wenn sie klein sind passiert kaum Förderung.
      Alles Liebe Claudia

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  2. Liebe Claudia,
    Sehr schön geschrieben, stimmt schon hochbegabte werden wie große Kinder oft überschätzt und doch sind Sie Kinder. Du kannst zurecht stolz auf ihn sein.
    Schönen Sonntag,
    Petra

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  3. Ich finde es immer toll zu Lesen, dass Eltern ihre Kinder lieben wie sie sind und Ihnen den Freiraum zugestehen sich so zu entwickeln wie sie das möchten. Diese Gleichmacherei ist doch furchtbar. Und die ADHS Geschichte bekam ich auch schon zu hören, weil mein Kind einfach wenig schläft. Damit läßt sich wohl alles erklären....

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    1. Das stimmt.viele werden über einen Kamm geschert.alle müssen Rücksicht auf die schwächeren nehmen.wer aber nimmt Rücksicht auf die,die"stark" sind und alles verstehen müssen obwohl sie auch Kinder sind. Warum sind lebhafte oder wenig Schlaf brauchen Kinder immer hyperaktiv?weil es so einfacher ist.
      Liebe grüße Claudia

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  4. Oh ja - da versteh ich Dich... wir haben zwar nicht getestet aber ich wurde durch Zufall bei einem Sportfest von einer Frau von der Hochbegabtenförderung angesprochen.... ich mach einfach so mit den Kindern wie ich es für richtig halte...denn ich frage mich - was ändert sich, wenn ich ein bestätigtes Attest habe? LG

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    1. Für uns hat der test unser Leben etwas leichter gemacht. Er kann in eine Schule gehen,in der er jetzt in einer kleinen Klasse super gefördert wird. An einer "normalen " Schule würde er wieder auffallen weil er sich langweilen würde.
      In der Grundschule war es trotz Testergebniss schwer.
      Mach was dein Gefühl dir sagt.du merkst an deinem Kind am besten was es braucht.
      Gute Nacht Claudi

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  5. Liebe Claudia,

    deinen offenen Post finde ich toll.

    Aus eigener Erfahrung kann ich bestätigen, dass es Kinder die anders sind (egal auf welche Weise) immer schwerer haben als andere. Um so wichtiger ist es für sie, verständnisvolle Eltern zu haben, die alle Hebel in Bewegung setzen, damit diese Kinder die Förderung bekommen die sie brauchen und Eltern, die die Andersartigkeit ihrer Kinder als liebenswerte Besonderheit sehen können.

    Für LRS-Kinder mag es (zumindest in einigen Schulen) stimmen, dass sie eine besondere Förderung bekommen oder dass auf sie Rücksicht genommen wird. Für ADHS-Kinder gilt das allerdings in vielen Schulen nicht, die fallen ganz oft durchs Raster und landen in der Förderschule, obwohl sie mindestens genauso begabt sind, wie ihre Altersgenossen, aber halt vieles gar nicht mitbekommen.

    Sicherlich liegt es im Trend, bei zappeligen Kindern sofort ADHS zu vermuten, was leider auch dazu geführt hat, dass diese Störung, bei der die Botenstoffe im Gehirn nachweislich nicht so funktionieren wie bei "gesunden" Menschen, als Modeerscheinung abgetan wird, was es den Menschen, die tatsächlich von der Krankheit betroffen sind, nicht wirklich einfacher macht!

    Das musste ich jetzt einfach mal loswerden!

    Liebe Grüße
    Biggi

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    1. Ja, da hast du so Recht. Es wird soviel, gerade jetzt, von Toleranz gesprochen. Doch manchmal frage ich mich, wo ist sie denn bei unseren Kindern hin? Muss man da nicht tolerant sein? Nur die, die sich "vorne herum" gut benehmen und oft unehrlich sind, sind anerkannt. Unbequeme werden abgestempelt als Störenfried. Sie machen und können es NIE recht. Sie sind immer der Buhmann. Alle haben doch die gleiche Annerkennung und Gerechtigkeit verdient!
      Es ist so oft ein Kampf! Schade!!!

      Hab einen schönen Abend

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    2. Genau so isses! Beim Junior waren zwei ganz fiese Mobber in der Klasse, die sich bei den Lehrern aber total eingeschleimt haben, so dass die dann immer sofort abgeblockt haben, wenn das Thema Mobbing auf den Tisch kam, weil das doch zwei soooo liebe Jungs sind! :-(

      Trotz aller Widrigkeiten sind wir in der Summe bisher auch auf sehr viel Verständnis gestoßen sowohl bei den Lehrern als auch bei den Sporttrainern, weil wir halt sehr offen damit umgehen.

      Oft braucht man als Mutter aber auch Nerven wie Drahtseile, auch in der eigenen Verwandtschaft. Doch ich habe das Gefühl, dass wir auf dem richtigen Weg sind und dass wir vieles gut und richtig machen, wenn auch sicher nicht alles, aber aus Fehlern kann man ja lernen. Und das gibt mir die Kraft, der Fels in der Brandung zu sein! :-) Nicht immer, aber meistens! :-)

      In diesem Sinne wünsche ich dir immer ganz viel Kraft und Gelassenheit! :-)

      Liebe Grüße
      Biggi

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    3. Du hast so Recht. Meine Drahtseile werden zur Zeit auch wieder mächtig strapaziert. Aber ich weiß ja wofür ich mich ins Zeug lege:) Ich hasse einfach Ungerechtigkeiten. Meisten werd ich nicht müde, dafür zu kämpfen!!!
      In der Klasse meines Sohnes gibt es auch "Schleimer" die hintenrum echt fies sind. Aber die sind glaubhafter, weil sie sich besser " benehmen" können und nicht ehrlich sind.
      Mein Sohn ist eher der Typ, wenn gefragt wird:wer wars? Steht er auch dazu und bekennt sich immer. Find ich ganz toll und großartig von ihm, aber als Belohnung ( und weil er ein sehr lebhafter Wirbelwind ist) war er es dann auch immer. O-Ton Lehrerin, wenn er die Situation erklären möchte: red dich nicht immer raus!
      Man gibt ihn selten die Chance, die Sache aus seiner Sicht zu schildern, weil er DER Rüpel ist!
      Aber wir bleiben stark, genau wie ihr.
      Und soetwas wird unsere Kinder stark machen für die Zukunft mit uns im Rücken!
      Ich wünsche euch immer viel Kraft und Durchhaltevermögen.!!

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  6. Hallo Claudia.
    Bin gerade beim creadienstag über euren Sandkasten gestolpert und hab deinen Post hier gelesen.
    Du hast das wunderbar geschrieben und ich finde man darf ruhig über diese Dinge hier reden, denn schließlich nähst du nicht nur, du erziehst auch deine Kinder.
    Ich habe zwei Kinder, einen Sohn 8 und eine Tochter 5. Unser Sohn ist Autist und hat eine geistige Behinderung. Ich hab deinen Text gelesen und gedacht: Dieser Text hätte auch über ihn sein können. Sobald ein Kind nicht der Norm entspricht, und es gibt ja in Deutschland sehr viele davon, steht man allein da. Ich dachte auch, dass die Hilfe und Unterstützung des Staates etwas mehr wäre, aber Pustekuchen. Wenn ich mich als Mutter nicht um alles erdenkliche kümmern würde, stünden wir heut noch bei Punkt Null. Keiner wollte ihn im Kindergarten haben. Ich habe zwei jahrelang gekämpft, dass er doch noch einen Platz bekommt. Dabei hätte er so dringend einen Platz gebraucht. Wo ist denn hier die Integration und Inklusion, nach der immer so geschriehen wird. Sogar dass er geistig behindert ist wollte uns die Sozialpädagogin im Kindergarten nicht sagen. O-Ton: Solche Angaben macht sie nur, wenn sie direkt von den Eltern angesprochenen wird. Na dann wars ja gut dass ich nachgefragt hab. Es ist wie bei euch, man sieht es ja dem Kind nicht an, darum wundern sich immer alle, dass er anders ist. Bei uns in Deutschland muss leider ein Kind das normal aussieht auch normal sein und ein Kind das behindert ist auch dementsprechend aussehen. Was meinst du wie oft ich schon von irgendwelchen Besserwissern gehört habe, ich würde die Erziehung ganz falsch angehen. Auch aus der Familie kommen immer wieder die Fragen, wann es sich denn geben würde, oder er der Situation entwächst. Ja eben gar nicht, denn wie du schon sagtest, es ist ja keine Krankheit.
    Ich bin froh, dass wir für ihn eine tolle Schule gefunden haben.
    Und du hast völlig recht, die Eltern und besonders die Mama, kennen ihre Kinder am besten.
    Ich scheue mich auch nicht mehr, diesen Satz einem Mediziner zu sagen.
    Du hast mir aus der Seele gesprochen. Auch wenn wir uns an gegenüber liegenden Enden der Fahnenstange befinden, so ist es dennoch dieselbe Fahnenstange : )
    Sei stolz, dass du so bist wie du bist.
    Liebe Grüße an Dich, Angela
    Ps. Das Sandkastenbrett sieht prima aus.

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    1. Liebe Angela,
      ich danke dir von Herzen für deinen Kommentar. Diese Sätze kenne ich auch: das wird sich schon geben. Oder glaubt ihr, er ist wirklich so schlau und das verwächst sich nicht. Auch traurigerweise aus der Familie. Warum kann man die Kinder nicht einfach nehmen wie sie sind? Warum möchte man sie in irgend eine Norm pressen und wer legt denn diese Norm fest und sagt das Dies auch sitmmt und die Richtige ist. Wir sind doch alle so verschieden und das macht doch jeden Einzelnen aus. Ich finde es wunderbar, dass wir so eine bunt gemischte Art sind. Anders wäre es doch auch langweilig.
      Unser Sohn ist nun auch auf einer Schule, die diese Kinder speziell fördert, aber auch dort entspricht er teilweise nicht der Norm. Er ist eben sehr lebhaft, direkt und ehrlich, sehr ehrlich und das wird nicht so gerne gesehen.
      Aber wir sind eine starke Familie und halten zusammen. Ich glaube, dass das ganz wichtig ist und den Kindern Halt und Kraft gibt.
      Dir wünsche ich auch ganz viel Kraft und Ausdauer! Wir wissen ja wofür:)
      Und ja du hast Recht, hab ich noch gar nicht so betrachte: diese Fahnenstange. ein wunderbarer Vergleich.
      Ganz ganz liebe Grüße aus dem Norden
      Claudia

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